Rezension: Das hungrige Glas von Heiko Hentschel

Rezension: Das hungrige Glas von Heiko Hentschel

Heiko Hentschels Debütroman “Das Hungrige Glas” begleite ich seit zwei Jahren – und habe es endlich vollständig lesen dürfen! Es ist ein wahnsinnig tolles Gefühl, das Buch eines Freundes in der Hand zu halten und zu wissen, was diese Veröffentlichung für den anderen Menschen bedeutet. Da ich Heiko Hentschel persönlich kenne und dieses Buch auch für mich ein besonders Highlight darstellt, habe ich lange überlegt, ob ich es rezensieren soll. Kann ich das überhaupt, ohne befangen zu sein? Ausschlaggebend für diese Rezension war dann aber doch wieder Heiko und seine Bitte, ihm ehrliches und konstruktives Feedback zu geben. Und warum sollte ich das nicht mit der Welt teilen?

Das Buch

Das Hungrige Glas von Heiko Hentschel
Das Hungrige Glas von Heiko Hentschel

Titel: Das hungrige Glas

Autor: Heiko Hentschel

Reihe: Glas-Trilogie

Verlag: Südpol Verlag

Erscheinungsort: Grevenbroich

Erscheiungsjahr: 2019

Umschlaggestaltung: Heiko Hentschel

Originalsprache: Deutsch

Übersetzung: / 

Genre: Urban Fantasy-Jugendbuch (ab 12 Jahren) 

ISBN: 978 – 3 – 96594 – 014 – 7

Klappentext:

Monsterjagd über den Dächern von Ravenbrück – düster, spannend und actionreich.

Moritz’ schlimmster Albtraum wird wahr, als seine Schwester Konstanze mitten in der Nacht von einem grausigen Monster verschleppt wird. Als das Untier weitere Mädchen raubt, heftet Moritz sich an seine Fersen. Er hat nur noch ein Ziel: Seine Schwester aus den Klauen des Untiers zu befreien. Doch er ahnt nicht, dass die Bestie lediglich Diener einer höheren, weitaus bedrohlicheren Macht ist … 

Leider kommt kein Buch ohne Inhalte aus, die potentiell Menschen triggern könnten. Solltest du wissen, dass es Inhalte gibt, die dich triggern, siehe dir bitte die unter “mögliche Trigger” aufgeführten Punkte im zweiten Tab an und entscheide danach, ob du diese Rezension bzw. das Buch lesen möchtest. Ich versuche triggernde Inhalte in der Rezension zu meiden, aber nicht immer ist es möglich, betreffende Inhalte zu meiden. 

Das Buch enthält folgende möglicherweise triggerende Inhalte: 

Tod, Gewalt, Gewalt gegen Tiere, Monster (z.B. zu Angst, Albträumen), Krankheit, Blut.

 

Solltest du von einem dieser Inhalte getriggert werden, rate ich dir, das Buch nicht zu lesen.

Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Solltest du weitere Inhalte kennen, die potentielle Trigger darstellen, wäre ich dir sehr verbunden, wenn du sie mir mitteilst, damit ich sie in der Liste ergänzen kann. 

Rezension:

Dürfte ich nur ein einziges Wort verwenden, um dieses Buch zu beschreiben, wäre es dieses Monster, das sich durch die Geschichte zieht und der heimliche Protagonist ist.

1. Boogelbie (und die anderen Monster)

Ich habe eine Zeichnung eines Boogelbies lange, lange vor dem Lesen dieses Buches gesehen. Ich weiß nicht mehr, wo das war und in welchem Zusammenhang, aber ich habe mich sofort verliebt – und dass sie jetzt jedes Kapitel schmücken, ist einfach nur wahnsinnig toll! Diese kleinen Monster sind die wundersamsten, brillantesten Kreaturen, die jemand entwickeln konnte, und sie sind so, so, so faszinierend und einzigartig und vielschichtig. Ein großes Kompliment! Ich hätte dieses Buch auch gelesen, wenn die Boogelbies und ihre Erforschung im Vordergrund gestanden hätten. Ich möchte übrigens wissen, wo sie leben, wenn sie nicht in Käfigen stecken und Moritz und Edgar helfen!  Insgesamt sind die Monster ein Zeugnis von Heiko Hentschels Kreativität. Er hat jedes Monster zu seinem eigenen gemacht und ich bin so gespannt, welchen Monstern Moritz und die anderen noch begegnen werden. Mehr davon! Bitte!

Das Hungrige Glas von Heiko Hentschel, und Boogelbie
Das Hungrige Glas von Heiko Hentschel und ein von Oliver F. Lenn modellierter Boogelbie

Kennst du die Stille der Einsamkeit? Sie ist lauter als ein Schrei, lauter als das Zerbrechen von tausend Spiegeln. Sie ist das, was dich von nun an begleitet. 

Heiko Hentschel: Das hungrige Glas, Grevenbroich, Südpol Verlag, 2019, S. 140. 

2. Die Sprache

Ein zweiter Aspekt, der diesem Buch Charme verleiht, ist die Sprache. Heiko Hentschel hat einen sehr subtilen Humor und eine Gabe, mit Sprache umzugehen, die mich jedes Mal wieder in einen Text oder eine Anmerkung von ihm eintauchen lässt. Sie geht mir tief unter die Haut und weckt mit Vergleichen und Metaphern Gefühle in mir, die ich schon lange nicht beim Lesen empfunden habe. 

Mit wenigen Wörtern zeichnet Heiko Hentschel Bilder in meinen Kopf, die mich in die Geschichte eintauchen lassen. Es fühlt sich an, als wäre ich dabei, wenn Moritz sein Abenteuer erlebt, und genau so sollte es sein. Ravenbrück und die Monster sind greifbar. Da ich die Sprache und die Monster so liebe, kann ich darüber hinwegsehen, dass Moritz selbst mir noch etwas zu blass ist. Aber es ist das erste Buch und ich liebe Helene und Edgar, die Moritz im Laufe des ersten Bandes kennenlernt. Ich bin gewillt, Moritz’ Entwicklung abzuwarten.

Mit Büchern von deutschen Autor_innen hatte ich lange Zeit Probleme. Entweder es war mir nicht strukturiert genug, es gab zu viel Infodump oder ich fand die Figuren einfach unsäglich langweilig oder zu aufgedreht. Nicht so bei diesem Buch. 

3. Die Geschichte (oder: der Plot)

Moritz’ Abenteuer wird begleitet aus der Sicht eines Antagonisten, wodurch die Leser_innen auch die Vorkommnisse auf Seiten der Gegenspieler erfahren. Durch dieses Zusammenspiel an Perspektiven gelingt es Heiko Hentschel, die Geschichte zu meiner vollsten Zufriedenheit zu erzählen. Jedes Kapitel bringt die Geschichte vorwärts und schafft es, Moritz und mir als Leserin Informationen an die Hand zu geben, die für das Finale gebraucht werden. War ich anfangs ein wenig skeptisch, wie schnell Moritz sich in die Welt der Monsterkundigen einfindet, so ist diese Skepsis spätestens verschwunden, wenn Moritz und Edgar über die Dächer von Ravenbrück jagen und das Monster suchen, das Moritz’ Schwester entführt hat. Der Wechsel zwischen Action und ruhigen Momenten erlaubte es mir, Luft zu holen, mich an den Figuren und Monstern zu erfreuen und die Stärken und Schwächen der Figuren zu bewundern, und natürlich – mich in Boogelbies zu verlieben.

Achtung! Dieses Glas frisst Herzen und bringt zum Weinen! Es ist zu empfehlen, Taschentücher mitzunehmen. Außerdem bekommt man Lust, Boogelbies zu flauschen... #DasGlaskommt

Als ich das Buch in die Hand nahm, war ich emotional. Wie sollte ich dieses Buch lesen, wenn ich unmöglich das Leseerlebnis von Heiko Hentschel, einem Kollegen, Writing Buddy, Freund, trennen könnte? Wie sollte ich es objektiv bewerten, ohne ihn zu verletzen? Am Ende war es leicht. Ich liebe dieses Buch. Ich habe es bereits ein zweites Mal gekauft und signieren lassen – als Weihnachtsgeschenk! Und genauso wie ich werden sich hoffentlich noch viele weitere Leser_innen in diese Geschichte verlieben. Absolute Leseempfehlung! 

Hab ich Boogelbie gesagt? Hier noch ein wenig Boogelbie-Liebe!

Boogelbie und Buch
WANTED: Boogelbie aus "Das Hungrige Glas"!

Und jetzt? #DasGlasKommt

Das war es zunächst von mir. War ja auch vorerst genug, oder? Falls nicht, frag mich!

Habt ihr “Das Hungrige Glas” von Heiko Hentschel schon gelesen? Womöglich sogar – rezensiert?

Was haltet ihr davon? Liebt ihr die Boogelbies genauso wie ich?

Empfehle meine Seite weiter!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. BOOOGEEEEELBIIIIIEEEEEEEEEEEEE!
    Ganz viel Liebe für Heiko und sein Buch, für dich und deine Rezi! :3

  2. Vielen Dank 🙂 Merkt man, dass ich ein … Boogelbie-Fan bin? Kommt das auch genug raus? 😉

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen